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Ich bin richtig wie ich bin

Schneeglöckchen hat auf ihren hinteren Beinchen zwei schwarze Punkte, auf den vorderen Beinchen ist sie weiß wie Schnee. Für einen Züchter ist dies ein Mangel, ein Fehler. Kennen Sie dieses Gefühl nicht richtig zu sein, nicht gut genug zu sein, nicht wertvoll genug zu sein? Kennen Sie diesen inneren Druck, immer alles richtig zu machen, perfekt sein zu müssen?

Viele Menschen befassen sich eher mit Schwierigkeiten und Problemen als mit möglichen Lösungen. Sie sehen eher die Fehler als das, was schön und richtig ist. Diese Menschen lenken ihre Aufmerksamkeit auf den Mangel und diesen werden sie in der Folge erleben. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Diese innere Ausrichtung geben Eltern ihren Kindern weiter. So geht dies von Generation zu Generation. Ebenso tun dies Lehrer und Lehrerinnen und Erzieher und Erzieherinnen. Diese Menschen tun es ohne Absicht, denn ihnen ist es nicht bewusst.

Ein Züchter sieht den Makel, den Mangel des Lämmchens, anstatt ihre Liebenswürdigkeit, ihre Gesundheit. Von Anfang an lernen Kinder in der Schule den Blick auf den Mangel. Fehler streichen die Lehrer mit einem roten Stift an. Diese Fehlerzahl schreiben sie dann unter die Arbeit. Die Kinder schauen zuerst auf die Fehler und die roten Zeichen. Wenn der Blick stets auf die Fehler gerichtet ist, wirkt sich dies auf die eigene innere Haltung aus und hat Folgen. Auf was schauen Sie bei sich selbst und bei anderen? Auf das, was gut ist oder auf das, was Sie als schlecht bezeichnen? Wenn ein Mensch immer wieder gezeigt bekommt, dass er Fehler gemacht hat, dann fühlt er sich mit der Zeit selbst fehlerhaft. Der Blick auf seine Fähigkeiten entweicht.

 Eltern und Lehrer können das Selbstwertgefühl der Kinder stärken.

  • Loben Sie ihr Kind mit anerkennenden Worten um das Selbstwertgefühl Ihres Kindes zu stärken. Kinder wollen genauso wie Erwachsene auch um ihrer selbst willen geliebt werden, das heißt mit ihren Fehlern und Schwächen.
  • Richten Sie den Blick auf die vielen Stärken ihres Kindes. Machen Sie sich und Ihrem Kind bewusst, was es alles gut kann.
  • Loben Sie ihr Kind auch dann, wenn ihm etwas misslungen ist. Das gibt ihm den Mut weiter zu machen. Lernen geschieht über Versuch und Irrtum.
  • Zeigen Sie ihrem Kind wie es mit Fehlern und Schwächen umgehen kann. Markieren Sie beispielsweise in einem Diktat alle richtig geschriebenen Wörter mit grün und schreiben Sie diese auf.
  • Geben Sie ihrem Kind das Gefühl einzigartig zu sein, indem sie es umarmen und knuddeln.

Wenn ein Mensch in seiner Kindheit das Gefühl hatte willkommen zu sein und ihm andere etwas zugetraut haben, stärkt dies sein Selbstvertrauen und sein Selbstbewusstsein. Dies ist eine bedeutsame Grundlage für das spätere Leben. Dieser Mensch tut sich leicht mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen.

Wir Menschen können von unseren Tieren eine Menge lernen. Sie nehmen ein Kind mit seinen Fehlern und mit einer schlechten Note so an, wie es ist. Genauso wie die Tiere uns annehmen, so können wir uns selbst und unsere Kinder annehmen und lieben.

Der Selbstwert hat nichts mit dem Kontostand, dem Aussehen, dem Auto oder dem Beruf zu tun. Viele Menschen reden sich ein, dass sie minderwertig sind. Beispielsweise wenn sie sich zu groß, zu klein, zu dick oder zu dünn fühlen, wenn sie Fehler und Schwächen haben. Wenn wir unser Selbstwertgefühl stärken wollen, dann ist es wichtig, dass wir uns selbst ein guter Freund sind und unsere Einstellung ändern. „Ich bin trotz meiner Fehler und Schwächen ein wertvoller und liebenswerter Mensch. Ich bin richtig wie ich bin.“

 

„Du bist richtig, so wie du bist.“

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